Burn, motherfucker_in, burn


Großer Menschenauflauf im kleinen Würchwitz. Die Laienspieler von Kayna luden am Freitagabend zum Schauspiel ein und führten im Rahmen des Kleefestes den legendären Hexenprozess der Eva Geißler von 1570 auf.


Würchwitz ist seit der Kreisgebietsreform nun offiziell Teil von Zeitz, wir sehen uns als Redaktion daher verpflichtet, auch die Suburbs zu betreten. Wird einem schließlich ja auch was geboten.

Die hübsche Hexe Carolin Prescher (sie spielte die Hauptrolle der Eva Geißler) flog ein, braute am offenen Feuer ein mystisches Mal aus Spinnenbein und Schneckenschleim, Hamsterdreck und Menschenblut. Kurz darauf folgte eine tolle Tanzeinlage, wo sich Teufel und Hexen ein Stelldichein gaben.


Stelldichein? Haben wir was verpasst? Zugegeben, wir waren wie alle anderen auch sternhagelvoll, aber der amoröse Teil des Abends ging scheinbar komplett an uns vorbei. Und wo war eigentlich Zucker-Susi? Sie wäre für die Hauptrolle der Hexe doch prädestiniert gewesen, allein schon wegen der roten Haare. Auf dem Kopf.

Lutz (Fips) Fleischer mimte jenen Räuber, der sich in die Hexe verliebt hatte.“Spielen Sie mal eine Bettszene mit einer anderen, wenn Ehefrau und Tochter alles mitbekommen. Die wissen gar nicht, was sie mir mit der Rolle angetan haben“, erzählte er. Doch im Theaterstück lief alles glatt. Immer wieder gab es spontanen Beifall und unterstützende Rufe.


Okay, das waren dann wohl doch wir. Naja, zurück zur Historie:

Die Geschichte ist schnell erzählt: Die Räuberbande plünderte und mordete rund um Zeitz, so dass kein Weg mehr sicher war. Die Dorfbewohner unterdessen waren der Bande auf die Schliche gekommen, legten sich auf die Lauer und verrieten sie. Schließlich wurde den Räubern der Prozess gemacht. Um die eigene Haut zu retten, beschuldigten die Räuber Eva Geißler der Hexerei, und so wurde sie zum Tode verurteilt.


Super! Endlich einmal Geschichte, die griffig ist. Doch damit war der Abend noch lange nicht im Ziel.

Am Ende wurde ein großer Scheiterhaufen entzündet. Die Hexe ging in Flammen auf und das Volk feierte. So vermischten sich Zuschauer und Akteure zu einer großen Party, und es wurde eine lange Nacht.


erinnert sich die MZ dankenswerter Weise für uns. Beklemmend, bei einer solchen Veranstaltungen einen Filmriss zu erleiden, trotzdem schien alles wie immer gewesen zu sein in Würchwitz, diesmal wurde halt zur Abwechslung eine Hexe verbrannt.


„Alles was zerstört wurde, kann durch Arbeit wieder aufgebaut werden. Ein Menschenleben nicht.“

Akif Salmanow steht fassungslos vor den Trümmern seines abgebrannten Imbissladens. Das eingebrochene Dach gibt den Blick in den Himmel frei, die Dunstabzugshaube hängt völlig verkohlt an irgendwelchen herausgefetzten Strippen in der Luft, die Fensterscheiben sind zerborsten, Mobiliar und Gerätschaften bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Das Feuer ist auf einen technischen Defekt zurückzuführen. „Die Steckdose am Spülautomaten im Dönerimbiss war defekt“, nennt Salmanow das Ergebnis der Überprüfung.

Na denn.

Besorgte Nachbarn schauten am Mittwoch bei Salmanow vorbei, erkundigten sich nach dem Rechten und boten Unterstützung an.

Zwischen den Zeilen steckt bei der MZ immer so viel drin.

„Der Verkehrsknotenpunkt Kalktor lädt aufgrund der Vorfahrtssituation zu rasanten Startmanövern am Stoppschild ein.“

Gut Schuss!


In der Sitzung des Gemeinderates Gutenborn ließ Bürgermeister Uwe Kraneis (parteilos) eine Bombe platzen: Die Bundeswehr errichtet eine neue Schießanlage im Zeitzer Forst.


Da horchen Meister Petz und Klopfer auf – für die Hallo Zeitz!-Redaktion geht ein Traum in Erfüllung!

Errichtet werden sollen sieben verschiedene Schießstände mit insgesamt 26 Bahnen auf dem Gelände des Standortübungsplatzes Gera-Zeitzer Forst. Laut vorliegender Genehmigung dürfen dann 28 800 Schuss am Tag (maximal 3 600 pro Stunde) und 9 600 Schuss in der Nacht abgegeben werden. Geschossen werden darf aus Pistolen, Maschinenpistolen, Gewehren, Maschinengewehren und Waffen bis Kaliber 7,62 Millimeter vom Fahrzeug aus.


ENDLICH ballern! Doch anstatt die Militarisierung der Bevölkerung zu begrüßen, wollen die Hippies von der CDU und diversen anderen verweichlichten Bügerinitiativen das Projekt verhindern:

Die Gemeinderäte brauchten kurze Zeit, um das Ausmaß der Entscheidung zu verdauen. „Noch zur Wahl hat uns die Verbandsgemeinde-Bürgermeisterin Frau Hartung versprochen, kein Militär in den Zeitzer Forst zuzulassen“, erinnerte Arnd Czapek (CDU). „In anderen Bundesländern machen Bürgerinitiativen gegen die Bundeswehr mobil, hier wollen sie heimlich, still und leise einen neuen Schießplatz bauen. Das können wir uns nicht bieten lassen“, sagte Uwe Kämpfe.

Heul doch, Kämpfe! Mit deinem Namen solltest du der Erste sein, der sich nächste Woche im Military-Shop mit Schneetarnhose und Gasmaske ausrüstet. Stattdessen flennt der Zivi a.D. hier rum, als stünden die Russen wieder vor der Tür.
Für Hallo Zeitz! ist diese Entscheidung der Weg aus der Politikverdrossenheit. Zurück zur Basis, Finger an die Abzüge, das Nazi-Problem pragmatisch lösen! Hat bisher ja keiner gesagt, wer hier nun auf wen nicht schießen darf.

„Jugend ist Trunkenheit ohne Wein.“ (Goethe)