„Es ist ein Schwanenkönig, der in Liebe stirbt“

Melodramatisch wie selten berichtet die MZ über das Ableben eines weißen Federviehs – genauer gesagt, zwei Schwänen…

Trauer in Großgörschen, der Teich neben der Schule ist verwaist. Das Schwanenpaar lebt nicht mehr. Ein Tier lag bereits am Montagabend tot auf der Wiese. Das andere musste am nächsten Morgen aus dem Teich geborgen werden.

Eine Krankheit? Vielleicht die Vogelseuche? Auszuschließen ist das erst, wenn dem Veterinäramt der Kreisverwaltung die Ergebnisse der Untersuchung beim Landesamt für Verbraucherschutz Stendal vorliegen, sagt Amtstierärztin Andrea Krüger. (…) Doch die meisten Großgörschener denken so wie Klara Walbe. „Beide auf einmal und so plötzlich? Die Schwäne wurden vergiftet“, äußert die Frau ihre Vermutung. Sie weiß, wovon sie spricht, denn sie wohnt direkt am Teich und hat die Tiere jeden Tag erlebt. (…) Die Tiere wurden teilweise von den Einwohnern geliebt, andere akzeptierten sie wenigstens, doch habe es auch schon eine Attacke gegen das Pärchen gegeben. Mit einem Rasentraktor sei ein Mann direkt auf die Tiere zugefahren und habe eines dabei verletzt. „Ich erwarte, dass der Fall jetzt aufgeklärt wird und der seiner Strafe nicht entgeht, der so mit Tieren umgeht“, macht Hexel seinem Herzen Luft. Für den Vorfall mit dem Rasentraktor, der dem Veterinäramt als Tierschutzbehörde schon gemeldet wurde, gebe es immerhin Zeugen. (…) „Die Tiere haben niemandem etwas getan, wenn man ihnen nicht zu nahe gekommen ist“, sagt Petra Voigt, die Leiterin der Grundschule, die direkt neben dem Teich ihren Schulhof hat. Weder um die Kinder noch die Schwäne habe sie sich Sorgen machen müssen, weil die Kinder informiert wurden, wie sich die Tiere verhalten. Im Winter hat die Schule Futter für die Tiere gesammelt. In ihrer Brutzeit hätten die Schwäne schon mal Menschen verjagt, erinnert sich Klara Walbe, das Geräusch des Rasentraktors habe sie aggressiv gemacht, weiß sie.