Ein Gespenst geht um in Zeitz

Es ist das Gespenst des…richtig. Auch in der zonigsten Provinz wird über das Teufelswerk Kommunismus neu verhandelt. Und zwar ganz konkret! Es geht um Kalle in der Kiste und eine Gedenktafel zu seiner Ehren. Findet die CDU gar nicht witzig:

Ein Argument, das Margarete Späte (CDU) nicht überzeugte. Sie finde den Ort, an dem die Tafel angebracht werden solle, nicht angemessen. Da spiele es auch keine Rolle, dass es nichts kostet. Späte kenne den Stein „da spielen Kinder drauf rum“, sagte sie.

Margarete Späte weiß auf alles eine Antwort. Fundiert äußerte sie sich bereits vor wenigen Tagen zur Abwanderungsproblematik (Hallo Zeitz! berichtete). Und da wir ja alle wissen, dass Kommunisten kleine Kinder fressen ist ihre Sorge absolut berechtigt. Was passiert denn, wenn der Stein ein Eigenleben entwickelt und dutzende Jungspunde einfach so verschlingt? Denkt hier denn keiner außer ihr auch mal an die Kinder?!
Die SPD hat ganz andere Sorgen:

Auf den oft miserablen Zustand der Grünflächen der Theodor-Arnold-Promenade machte Annette Eschner (SPD) aufmerksam: „Ich habe ein Problem damit, wenn wir eine Gedenktafel in einer Ecke anbringen, wo es wüst und wirr aussieht. Da machen wir uns dem Bürger gegenüber zur Feile.“

Hätte ich der SPD gar nicht zugetraut, dass sie das Image der dreckigen Kommunisten reinwaschen wollen und auf Verbrüderung aus sind. Wohl ein paar Jahre zu spät. Auch der FDP hielt die MZ das Mikro unter die Nase, die probieren ihren Hass intellektuell zu verpacken:

Sven Weißbrodt (FDP) knüpfte an Spätes Worte an und sprach sich dafür aus, eher Menschen zu ehren, die „einen gewissen Bezug zu Zeitz“ haben. Den von Hörigs Fraktion vorgesehen Standort halte er für „völlig unangebracht“. „Wir sind als Kinder auf dem Stein herumgeklettert. Warum sollte das heute anders sein?“, fragte Weißbrodt.

Bei dem Herrn Weißbrodt spricht nicht nur der Name Bände, sondern auch der Lokalpatriotismus. Wer schwebt euch denn so vor? Clemens Denhardt (nennen wir ihn wohlwollend „Afrikaforscher“), Werner Gerhardt (Jungvolkführer) oder Gerhard Degenkolb (Rüstungsgigant)? Hallo Zeitz! bricht an dieser Stelle die Aufzählung ab, könnte ja noch jemand auf dumme Gedanken kommen…

Die öffentliche Stadtratssitzung beginnt am Donnerstag, 3. Februar, 17 Uhr im Friedenssaal des Zeitzer Rathauses.

Wir werden da sein! Und hoffen auf die Unterstützung der Genossen aus Chemnitz. Denn wir wollen wie immer mehr: