Archiv für Februar 2011

Gut Schuss!


In der Sitzung des Gemeinderates Gutenborn ließ Bürgermeister Uwe Kraneis (parteilos) eine Bombe platzen: Die Bundeswehr errichtet eine neue Schießanlage im Zeitzer Forst.


Da horchen Meister Petz und Klopfer auf – für die Hallo Zeitz!-Redaktion geht ein Traum in Erfüllung!

Errichtet werden sollen sieben verschiedene Schießstände mit insgesamt 26 Bahnen auf dem Gelände des Standortübungsplatzes Gera-Zeitzer Forst. Laut vorliegender Genehmigung dürfen dann 28 800 Schuss am Tag (maximal 3 600 pro Stunde) und 9 600 Schuss in der Nacht abgegeben werden. Geschossen werden darf aus Pistolen, Maschinenpistolen, Gewehren, Maschinengewehren und Waffen bis Kaliber 7,62 Millimeter vom Fahrzeug aus.


ENDLICH ballern! Doch anstatt die Militarisierung der Bevölkerung zu begrüßen, wollen die Hippies von der CDU und diversen anderen verweichlichten Bügerinitiativen das Projekt verhindern:

Die Gemeinderäte brauchten kurze Zeit, um das Ausmaß der Entscheidung zu verdauen. „Noch zur Wahl hat uns die Verbandsgemeinde-Bürgermeisterin Frau Hartung versprochen, kein Militär in den Zeitzer Forst zuzulassen“, erinnerte Arnd Czapek (CDU). „In anderen Bundesländern machen Bürgerinitiativen gegen die Bundeswehr mobil, hier wollen sie heimlich, still und leise einen neuen Schießplatz bauen. Das können wir uns nicht bieten lassen“, sagte Uwe Kämpfe.

Heul doch, Kämpfe! Mit deinem Namen solltest du der Erste sein, der sich nächste Woche im Military-Shop mit Schneetarnhose und Gasmaske ausrüstet. Stattdessen flennt der Zivi a.D. hier rum, als stünden die Russen wieder vor der Tür.
Für Hallo Zeitz! ist diese Entscheidung der Weg aus der Politikverdrossenheit. Zurück zur Basis, Finger an die Abzüge, das Nazi-Problem pragmatisch lösen! Hat bisher ja keiner gesagt, wer hier nun auf wen nicht schießen darf.

„Jugend ist Trunkenheit ohne Wein.“ (Goethe)



Fröööhliche Rentner überall


„Wir hoffen, dass tatsächlich alles so bleibt, dass wir unseren Markt jeden Tag haben und uns hier treffen können“, war der Kommentar von Willy Schneider zur Privatisierung der Wochenmärkte in Zeitz.


Die happy Rentner können weiterhin im schönen Zeitzer Osten# ihre Senfgurken, Äppel und Läborwurscht kaufen. Ganz anders sieht es hingegen auf dem Neumarkt aus:

„Der Zug ist abgefahren“, meinte Monika Richter, „außerdem gehen hier viele Leute auf den Markt, weil hier viele Leute wohnen.“ Was ihre Bekannte gleich relativiert: „Man darf aber nicht vergessen, dass viele von umliegenden Dörfern auf unseren Markt kommen und eben auch aus der Innenstadt.“


Hallo Zeitz! fällt generell etwas aus: Was bei diesen als Bericht getarnten losen Zitatsammlungen von debilen Zonis sich gegenseitig ins Wort gefallen wird ist eine wahre Freude. Wie die besoffenen Äffchen. Von nix ne Ahnung aber zu allem eine Meinung. Und gute Tipps für die neuen Investoren:

„Ein wichtiger Schritt wäre vielleicht, etwas in die Ausstattung zu investieren, dass es auch optisch ein Bild gibt und nicht so ärmlich aussieht.“


Er hat wirklich ärmlich gesagt.

Gefälligkeitsjournalismus Teil 12


Wer zu Klaus-Dieter Deuser ins Büro eintritt, kommt an Hündin Rosi nicht vorbei. Sie begleitet den Chef des Veranstaltungsservices Deuser jeden Tag in sein Büro im Hyzet – Kultur- und Kongresszentrum in Alttröglitz und ist sozusagen das Maskottchen der Veranstaltungsstätte.


Und wen die Töle schon alles kennenlernen durfte, ei ei ei:

Deuser nennt unter anderem den Vierbeiner von Helge Schneider und den Hund des Schlagerduos Marianne und Michael. „Da hat man sofort Kontakt zu den Künstlern und ein Gesprächsthema“, sagt der Alttröglitzer.

Höhöhö, ja, hat man. Worüber willst du Wurst auch sonst mit denen reden außer über deinen Köter? Nun ja, nebenbei bewirbt der Medien-Mogul aus Alttröglitz noch die künftigen Show-Acts der Spitzenklasse, die über Zeitz herfallen werden:

Gut angelaufen sei bereits der Kartenvorverkauf für den Auftritt von Markus Maria Profitlich, der am 6. Mai auf der Bühne im Hyzet stehen wird. Auch Olaf Schubert, selbst ernannter Betroffenheitslyriker, ist in diesem Jahr in Alttröglitz zu Gast.



Gefragt seien, so Deuser, stets auch musikalische Veranstaltungen mit Schlagersängern oder Volksmusikstars.



Der größte Wunsch von Deuser wäre, einmal die Komödiantin Cindy aus Marzahn begrüßen zu können. „Zwei Jahre versuche ich es schon, ich hoffe doch es klappt bald“, so Deuser.


Wir hoffen für ihn mit. Puhdys wären auch mal nicht schlecht. Oder Jürgen von Big Brother. Im Duett im Zlatko. Eventuell auch einer der Dschungelstars, wen die nicht mehr ganz so viel Kohle in den Rachen geschmissen haben wollen. War Jürgen Drews eigentlich schon mal da? Hach, wäre das schön. Dafür würde Rosi bestimmt auch für eine Woche auf das Futter verzichten.

Zeitzer Schüler erklären Afghanistan

„Es war schon ein aufregendes Erlebnis, die großen Politiker ganz nah und live zu erleben,“ erzählt Ulrike Röhrborn. Die 16-Jährige war bei der letzten Bundestagsdebatte in Berlin mit dabei. Gern hätte sie noch persönlich der Bundeskanzlerin die Hand geschüttelt. Das wäre für die Gymnasiastin von der Christophorusschule Droyßig das „absolute Highlight“ gewesen, doch so nah kam sie an Angela Merkel dann auch wieder nicht heran.


Was hat diese Jugend nur für Träume?

Ob der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan gerechtfertigt ist, lässt sich schwer abschätzen, meint die Gymnasiastin. Krieg ist nichts Gutes und es ist schlimm, wenn Menschen getötet werden. „Das verurteile ich“, sagt sie. Dann gibt sie aber zu bedenken, dass die deutschen Soldaten nicht in Afghanistan sind, um Krieg zu führen, sondern um das Land beim Aufbau einer funktionierenden Infrastruktur zu unterstützen.

Gähn.

Max meint, die Bundeswehr hätte gar nicht nach Afghanistan gehen dürfen. Einem Land mit einem anderen Kulturraum westliche Wertvorstellungen aufzuzwingen, findet der 17-Jährige nicht richtig. Aber wenn die deutschen Truppen nun einmal dort unten sind, ist es in Ordnung, wenn sie so lange bleiben, bis die Sicherheit im Land gewährleistet ist. Insofern findet der Pennäler die Verlängerung des Bundeswehr-Einsatzes wiederum okay.

Doppelgähn.

Der Besuch im Bundestag hat dem Schüler neue berufliche Perspektiven aufgezeigt. Max Gotzmann will Jura studieren und hat nun erfahren, dass er mit dem juristischen Staatsexamen für die Verwaltung des Deutschen Bundestages arbeiten könnte.

CJD Droyßig – Kaderschmiede der charakterlosen Zombies. Hallo Zeitz! fehlen wieder mal die Worte und wir hoffen, die Schläger der nicht weit entfernt gelegenen Realschule nehmen sich der Sache an.

via MZ